Rollstuhlbasketball
Basketball war eine der ersten Sportarten, die von körperlich Behinderten ausgeübt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde diese Sportarte bei Soldaten, die verletzt zurückkehrten in der Therapie angewandt. Daraus entwickelte sich der Rollstuhlbasketball, der auch seit 1960 eine Disziplin bei den Paralympics ist. Das besondere hierbei ist, dass in dieser Sportart Menschen mit körperlicher Behinderung zusammen mit Nichtbehinderten in einer Mannschaft spielen. Die Regeln des klassischen Basketballs wurden nicht großartig verändert und nur geringfügig an den Rollstuhl angepasst. Wie unterscheidet sich also Rollstuhlbasketball vom „normalen“ Basketball?

Geschichte des Rollstuhlbasketballs
1946 kommen viele Soldaten, die im zweiten Weltkrieg Verletzungen erlitten, nach Hause zurück. Darunter auch viele professionelle US-Basketballspieler. Sie wollten unbedingt ihre Sportart trotz des Handicaps weiter ausüben und passten sie ihren neuen Bedürfnissen an. So wurde Basketball in die Therapie von Kriegsveteranen eingebunden und hieß zunächst Rollstuhlnetzball. 1948 wurden erstmals die paralympischen Spielen ausgetragen und war eine der Wettkampfdisziplinen. In den Jahren danach entwickelte sich daraus der Rollstuhlbasketball. Mittlerweile ist Rollstuhlbasketball zu einer beliebten Sportart geworden und wird von über 25.000 behinderten Männern und Frauen weltweit gespielt.
Die Regeln
Grundsätzlich unterscheiden sich die Rollstuhlbasketball-Regeln nicht besonders vom "normalen" Basketball. Die Größe des Basketballfeldes und die Höhe des Korbes sind gleich, genau wie die Kennzeichnung der Drei-Punkte-Linie und der Ball. Ein Match besteht auch wie im klassischen Basketball aus vier Spielrunden, die je zehn Minuten mit jeweils zwei Minuten Pause dauern. Die Halbzeitpause beträgt eine Viertelstunde und findet nach der zweiten Runde statt. Da Rollstuhlfahrer sitzen und somit wesentlich kleiner und sie aber trotzdem auf die gleiche Korbhöhe von 3,05 m spielen, ist für sie ein spezielles Wurftraining unerlässlich. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Basketball und Rollstuhlbasketball besteht beim Dribbeln. Die Regel, dass kein Doppel-Dribbling erlaubt ist, gibt es im Rollstuhlbasketball nicht. Hier darf der Sportler das Dribbeln des Balles so oft wie nötig wiederholen.
Zusätzlich wurde in den Regeln des Rollstuhlbasketball festgelegt, wie der Rollstuhl beschaffen sein muss. Er ist das essentielle Gerät bei diesem Sport, so müssen die Position der Rammbügel, die Höhe die Fußstützen, die Armstützen oder die Anti-Sturz-Maßnahmen, sofern welche angebracht sind, bestimmte Anforderungen oder Vorgaben erfüllen. Im Rollstuhlbasketball werden die Rollstühle höheren Belastungen als im Alltag ausgesetzt, sie müssen stabiler sein und durch schräg gestellte Räder sind sie wendiger und kippen nicht so leicht. Zusätzliche Stützen, die im Notfall in wenigen Millisekunden ausfahren, verhindern ein Umkippen. Bei einem Aufprall entstehen große Kräfte, die auf die Lager des Stützmechanismus wirken. Deshalb werden in Sport-Rollstühlen GGBs Bundbuchsen aus Kunststoff verarbeitet, sie sind besonders robust und gleichzeitig im Vergleich zu Metall Leichtgewichte, so werden die Rollstühle leichter. Zusätzlich benötigen sie keine Schmierung, so können weder Schmutz noch Staub haften bleiben und die Lager beschädigen.

Meisterschaften und SpielerInnen
Im Rollstuhlbasketball gibt es insgesamt 23 Ligen bis zur ersten Bundesliga und die Mannschaften treten bei den Paralympics im Wettkampf gegeneinander an. So auch die deutschen Damen- und Herrenteams. Sie sind seit Jahren in internationalen Wettbewerben erfolgreich. Bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro konnten sich die deutschen Damen die Silbermedaille sicher und 2012 als bisherigen Höhepunkt sogar die Goldmedaille. Zu den Spielerinnen gehören neben anderen Annabel Breuer, Nathalie Ebertz und Laura Fürst. International gilt Patrick Anderson als bester Rollstuhlbasketballer der Welt. Dreimal gewann er mit der kanadischen Mannschaft paralympisches Gold.

Paralaympics 2021
Auch bei den 16. Paralympischen Sommerspielen 2021 werden die Rollstuhlbasketball-Mannschaften wieder ihr Bestes geben wie insgesamt rund 150 SportlerInnen des Deutschen Behindertensportverband in verschiedenen Disziplinen. Vom 24. August bis zum 5. September treten in Tokio um die 4.300 Sportler und Sportlerinnen in 22 Sportarten an 21 Austragungsorten an und im Fernsehen kann mitgefiebert werden, wenn es wieder um Gold geht.
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